World Dog Show Herning – „I’d like to see a Z“
Erwartungsvolle Stille und völlige Dunkelheit in Halle B des Messecenter Herning. Auf dem roten Teppich kreist eine Projektion des DKK Logos. Dann plötzlich schweifen einzelne Spots über die vollbesetzten Ränge der Zuschauertribünen. An der Stirnseite wird der gigantische Ehrenring von einem Sternenhimmel aus LEDs erhellt. Musik erklingt, und begleitet von tosendem Applaus treten Moderatorin und Moderator in Frack und Abendkleid ein. Sie werden ihr beeindrucktes Publikum durch das folgende Ehrenrichten führen. Show vom Allerfeinsten – World Dog Show eben.
Selbst hohe Erwartungen dürfte der Dänische Kennel Club mit der Weltsiegerschau am letzten Wochenende noch übertroffen haben. Wer erst einmal ein Quartier gefunden und die Anfahrt zur Messe Herning bewältigt hatte, dem bot sich eine für Skandinavien gewohnt hochqualitative Ausstellung.
Auch die Junior Handling Bewerbe glänzten durch perfekte Organisation und einen großen Ring, der durch seine ungünstige Lage allerdings nur wenige Zuschauer anlockte. Dies störte die Teilnehmer der Vorbewerbe jedoch kaum – 5 Finalplätze galt es aus insgesamt 150 Meldungen zu vergeben.
An jedem der vier Schautage selektierte der Richter (DK/SE/DK/DK) die drei jeweils besten Junioren. Beurteilt wurde anhand eines Bewertungsbogens mit ähnlichen Kriterien wie in Österreich. Improvisationstalent war lediglich gefragt, als der Richter plötzlich ein „Z“ verlangte oder mit spezifischen Wissensfragen aufwartete: „Wie viele Zähne befinden sich im Ober-, wie viele im Unterkiefer eines vollständigen Hundegebisses?“ (Es sind übrigens 20 oben und 22 unten.)
Von den Jungen Hundefreunden Austria waren Patrick Dodan und ich in den Qualifikationsrunden mit dabei, ich schaffte es zweimal unter die Top 8 des Tages.
Wie üblich fand sonntags im Rahmen des BIS-Programms das Internationale Junior Handling Finale statt. Richter war Nicholas Pineiro (AR), selbst erfolgreicher (Junior) Handler. Österreich repräsentierte in diesem Jahr Maxi Mayer. Neben den Qualifizierten aus den Tagesbewerben gingen mit ihm weitere 20 Vertreter der FCI Mitgliedsländer ins Rennen. Maxi, der ursprünglich mit einem Lhasa Apso gemeldet war, führte einen Tibet Terrier vor und behauptete sich damit gewohnt souverän.
Der begehrte Titel World Winner in Junior Handling erging schließlich an Dorottya Záhonyi-Ábel (H), die vergangenes Jahr in Bratislava bereits Vize Weltsiegerin geworden war. Schon in den Vorrunden stach sie nicht bloß durch ihr pinkes Kostüm hervor – perfekt handelte sie ihren English Pointer, dem der Ehrenring bereits von seinem dritten Platz samstags in der FCI VII vertraut zu sein schien. Zweite wurde Vilhelmiina Wlidén für Schweden mit einem Australian Terrier, auf der Drei stand Vize Europasiegerin 2009 Anna Paretskaya für Russland mit einem Riesenschauzer.
Meine Hochachtung vor den tollen Leistungen der Finalteilnehmer und herzlichen Glückwunsch an die Platzierten!
Veronika Kubasta